Blase OK?
Blasenschwäche erkennen

Überfallartiger Harndrang
ist keine Einbildung.

Blasenschwäche, eine behandelbare Krankheit

Hätten Sie es gewusst? Jeder fünfte Deutsche über 50 Jahre leidet an Blasenschwäche. Mediziner sprechen bei diesem Phänomen von einer „Überaktiven Blase" (kurz: ÜAB). Diese ist durch sehr häufigen und dringenden Harndrang gekennzeichnet. Für Betroffene heißt das im Alltag: täglich mehr als acht Toilettengänge. Männer und Frauen sind fast zu gleichen Teilen betroffen. Vorwiegend tritt Blasenschwäche bei älteren Menschen auf.

Starker Harndrang ist damit keine Einbildung, sondern eine ernstzunehmende Krankheit. Sie kann in vielen Fällen mittels ärztlicher Betreuung und der richtigen Therapie effektiv behandelt werden. Vielen Patienten eröffnet das den Weg zurück in ein unbeschwerteres Leben.

Blasenschwäche Patient

„Früher dachte ich, häufige Toilettengänge sind normal in meinem Alter. Heute weiß ich, dass ich eine überaktive Blase habe und dies nicht einfach hinnehmen muss.“

Günther W.

Welche Symptome treten bei Blasenschwäche auf?

Die Symptome einer überaktiven Blase sind nicht immer sofort eindeutig von denen einer Blasenentzündung oder von anderen Blasenerkran­kungen zu unterscheiden. Achten Sie daher genau auf Ihre Beschwerden und fragen Sie in jedem Fall Ihren Arzt. Er wird Sie beraten und bei Bedarf notwendige diagnostische Maßnahmen vorschlagen.

Typische Symptome einer Reizblase sind z.B.:

  • Starker und häufiger Harndrang, ohne dass Ihre Blase übermäßig gefüllt ist
  • Häufiges Wasserlassen, auch wenn Ihre Blase nur wenig gefüllt ist
  • Nur kleine Harnmengen beim Wasserlassen
  • Tagsüber mehr als acht und nachts mindestens zwei durch extremen Harndrang bedingte Toilettengänge


Neben diesen rein körperlichen Symptomen können z.B. Schamgefühl, Hilf- und Hoffnungslosigkeit begleitende Anzeichen einer überaktiven Blase sein.

Bitte beachten Sie: Brennen beim Wasserlassen ist kein typisches Symptom von Blasenschwäche. Tritt dies in Zusammenhang mit häufigem Harndrang auf, kann es sich um eine Blasenentzündung handeln. Für eine genaue Diagnose sollten Sie deshalb schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Was verursacht Blasenschwäche?

Die genauen Ursachen einer überaktiven Blase können vielfältig und individuell unterschiedlich sein. Experten gehen davon aus, dass das regulierende Zusammenspiel von Nerven, Blase und Gehirn gestört ist: Möglicherweise schicken die Nerven der Blase falsche Informationen an das Gehirn, so dass dieses auf „Entleerung“ schaltet, obwohl die Blase nur wenig gefüllt ist. Da es unzählige Möglichkeiten gibt, warum die normale Blasenfunktion gestört sein kann, ist es wichtig, einen Arzt zu befragen.

Mögliche Ursachen einer überaktiven Blase:

  • Häufig wiederkehrende oder chronische Blasenentzündungen
  • Blasensteine, Blasentumore
  • Abflussstörungen (z.B durch Blasensenkung oder Prostatavergrößerung)
  • Neurologische Erkrankungen (z.B. Multiple Sklerose, Morbus Parkinson)
  • Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn), Fisteln (eine normalerweise nicht vorhandene Verbindung zwischen Blase und Scheide oder Darm)
  • Bestimmte Medikamente (z.B. einige Blutdrucksenker und harntreibende Mittel)
  • Psychosomatisch hervorgerufene Blasenüberaktivität, psychische Belastungen
  • Altersbedingte Veränderungen der Harnblase, Bindegewebsschwäche
  • Geburten, Operationen und erbliche Anlagen
  • Persönlicher Lebensstil (z.B. übermäßiger Kaffee-Konsum)

Vorsicht vor Fehldiagnosen: Um die Ursache(n) Ihrer Blasenschwäche herauszufinden, wenden Sie sich zunächst an Ihren Hausarzt, Internisten, Urologen bzw. Frauenarzt. Ein Arzt Ihres Vertrauens ist der richtige Ansprechpartner. Er wird zunächst eine Diagnose stellen und Sie dann über Therapiemöglichkeiten aufklären.

Sonderfall Nykturie: Nächtliches Wasserlassen

Unter „Nykturie“ versteht man Harndrang, der zweimal oder häufiger pro Nacht zum Erwachen führt. Nächtliches Wasserlassen tritt vor allem bei älteren Menschen auf und wird von diesen meist als Begleiterscheinung des Älter-Werdens betrachtet. Dem nächtlichen Harndrang können diverse Ursachen und Erkrankungen zugrunde liegen. Auch hier ist ein Arzt der richtige Ansprechpartner.

Mögliche Ursachen für nächtlichen Harndrang:

  • Blasenentzündung
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Herzschwäche (meist in Verbindung mit einem Anschwellen der Beine tagsüber)
  • Prostatavergrößerung
  • Schwangerschaft
  • Harntreibende Medikamente


Erste Maßnahmen zur Linderung der Symptome:

  • Nach 18 Uhr nur noch wenig Flüssigkeit zu sich nehmen
  • 1,5 bis 2 Liter pro Tag in kleinen Mengen trinken
  • Koffeinhaltige Getränke vermeiden, da sie die Blase reizen können
  • Medikamente mit harntreibender Wirkung morgens einnehmen


Nächtlicher Harndrang kann in vielen Fällen wirksam behandelt werden. Scheuen Sie sich also nicht, das Thema bei Ihrem Arzt anzusprechen.